Die Ursprünge (bis 1989)

Das Abitur in der Tasche gründet Tobias im Jahre 1982 die Band "Puma", die er später in "Rockpol" umbenennt. In der Silvesternacht zum gleichen Jahr formieren die Noch-Thomaner Sebastian und Wolfgang zusammen mit zwei Schulkameraden die Schülerband "Phoenix". Knappe drei Jahre später gefällt den Schülern der Name ihrer Band offensichtlich nicht mehr und sie benennen sie in "Rockpol" um, während Tobias als Gründer der Band "Amor & die Kids" in Erscheinung tritt, die in der damaligen DDR Kultstatus erreicht und mit "Komm doch mit" ihren größten Erfolg feiert.

1987 werden die "Herzbuben" gegründet, ein Name, der ihnen später noch diverse Missverständnisse einbringen wird, und Jens zunächst als Keyboarder, später als Sänger dazu geholt. Die Herzbuben basteln Evergreens ihrer eigenen Plattensammlungen so um, dass reine Vokal-Arrangements übrig bleiben. Außerdem flechten sie einige Lieder ein, die Sebastian komponiert und Wolfgang meisterhaft arrangiert. Zwei, die sich suchen und finden. Im ersten Jahr nach der Gründung touren die Herzbuben bereits kreuz und quer durch die DDR. Zeitgleich bringen "Amor & die Kids" mit "No more Bockwurst" ihre erste LP auf den Markt. Ein Jahr später wird Joachim Zetzmann Manager der "Herzbuben" und rät der Band die Instrumente wegzulassen und nur ihre Stimmen einzusetzen.

Noch im Jahr des Mauerfalls kommt Henri zur Band, um den gen Westen geflüchteten Dirk Schroth zu ersetzen.





Jetzt geht’s los... (1990 / 91)

1990 sehen sich "Amor & die Kids" gezwungen sich aufzulösen, da das Publikum im Osten sich jetzt mehr auf Musik aus dem Westen konzentriert und sie keiner mehr hören will. Auch für die Herzbuben wird das Jahr ein hartes Jahr ohne Einkünfte. In einem Anfall von Galgenhumor geben sie sich einen neuen Namen: "Commerzbuben". Allzu weit hergeholt erscheint einem dieser Name nicht, wenn man weiß, dass in Leipzig neben der Thomaskirche eine - schon von außen - prunkvolle Filiale der Commerzbank ihren Sitz hat. Im August treten die "Commerzbuben" in der von Ingolf Lück moderierten Talentshow "Hut ab" auf. In der Jury sitzt der Verleger George Glück, der von der Darbietung so begeistert ist, dass er den Kontakt zu Produzentin Annette Humpe herstellt, die sich in den Kopf gesetzt hat, eine Ost-Band zu produzieren. In Leipzig werden ihr im September 15 Titel vorgespielt. Der Anfang ist gemacht... Im Winter des gleichen Jahres singen die "Herzbuben" auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Dort entdeckt Sebastian den ehemaligen Klassenkameraden seines Bruders, Tobias, und überredet ihn, bei den "Herzbuben" einzusteigen. Wenig später, im April 1991, werden diese in "die Prinzen" umgetauft. Nur einen Monat später erscheint mit "Gabi und Klaus" die erste Single der Prinzen, der im Juni die Studioproduktion des ersten Albums unter Annettes Mithilfe folgt. Die Plattenfirma schießt dafür noch 50 000 DM dazu. Im August haben die Prinzen ihren ersten großen Live-Auftritt vor 18 000 Zuschauern bei der NDR 2-Party am Steinhuder Meer. Zum ersten Mal ist auch Ali am Schlagzeug mit dabei.

Am 9. September wird "Das Leben ist grausam" veröffentlicht und schafft es bis auf Platz 5 der deutschen Charts.

 


Die ersten großen Erfolge (1992 / 93)

Als Udo Lindenberg im Februar auf Deutschland-Tour geht, nimmt er die Prinzen als Special Guests mit und macht sie damit auf dem gesamtdeutschen Markt bekannt. Im Frühjahr gehen die Prinzen wieder ins Boogie-Park-Studio nach Hamburg, um mit Annette ihr zweites Album aufzunehmen. Unterdessen erscheint am 18. Mai die A-cappella-Version ihres ersten Albums. Von Mai bis Juli gehen die Prinzen dann auf ihre erste eigene Tour – und wieder sitzt Ali am Schlagzeug. Außerdem wird die Band als erfolgreichste deutsche Nachwuchsgruppe ausgezeichnet und zu "Menschen `91" gemacht. Am 28. September  erscheint mit "Küssen verboten" das zweite Album, das es ebenfalls in die Top Ten der deutschen Charts schafft (Platz 6).

1993 erhalten die Prinzen den ECHO `93 für die erfolgreichste deutsche Gruppe 1992. Im Frühjahr geht die Band auf "Küssen verboten"-Tour, die intern als "Schnupfen-Tour" in die Bandannalen eingeht, da ein Prinz nach dem anderen mit Grippe das Bett hüten muss. Dennoch bewundern 200 000 Zuschauer die Königskinder bei 60 Konzerten. Die A-cappella-Version ihres zweiten Albums wird am 26. Juli veröffentlicht, bevor es wieder ins Studio geht, um das dritte Album mit Annette zu produzieren. Ende August erscheint die Single "Alles nur geklaut", zu der die Band in Wien ein Video unter der Regie von DoRo dreht. Der bislang größte Hit der Prinzen schafft es auf Platz 3 der deutschen Charts und ist sogar mehrere Wochen in den MTV European Top 20 vertreten. Außerdem gibt es ab dem 3. November "Das erste Video" der Band. Am 12. November folgt das gleichnamige Album, das es bis auf Platz 4 der Charts schafft. In diesem Jahr regnet es außerdem Preise für die Band: Goldene Europa, Popcorn-Gold als erfolgreichste deutsche Band 1992, Goldene Stimmgabel und als Krönung den mit 25 000 DM dotierten Deutschen Musikpreis.

 

Das Live-Jahr (1994)

Im April und Mai gehen die Prinzen auf "Alles nur geklaut"-Tour, die – wie erwartet – zu einem großen Erfolg wird. Zum ersten Mal wird die Band von Mathias am Bass unterstützt, was den Sound grooviger macht. Fulminanter Abschluss der Tour am 18. Mai ist ein Free-Konzert auf dem Leipziger Marktplatz vor 50 000 Zuschauern. Im Herbst, genau am 10. Oktober, kommt die A-cappella-Version von "Alles nur geklaut" heraus. Die gleichnamige Single beschert den Prinzen RSH Gold und den ECHO `94 für das beste Video des Jahres. Am 17. Oktober erscheint ein Mitschnitt des Konzerts auf dem Marktplatz als "Live-Video".

 

Das Jahr des Schweins (1995)

Bereits im Januar ist die Band wieder im Studio, um ihr vorläufig letztes Album mit Annette aufzunehmen. Am 24. April wird das Kunst-/Machwerk dann veröffentlicht und landet prompt wieder in den Top Ten der deutschen Charts (Platz 4), wie auch die bereits am 20. März veröffentlichte, zugehörige Single "Schwein sein". Vom 25. April bis 9. Mai gehen die Musiker mit den neuen Titeln auf Clubtour. Wenig später gibt es auch eine CD-ROM der adeligen Herren, an der der geneigte Fan seinen Spieltrieb ausleben kann und dafür einige interessante Dinge erfährt. Für "das Jahr des Schweins" wird den Musikern im Oktober der Goldene Löwe von RTL verliehen. Im November und Dezember gehen die Prinzen wieder auf Tour. Es ist ihre bislang aufwändigste und wird ein voller Erfolg: bereits die ersten zwei Konzerte in der Eissporthalle in Halle / Saale sind restlos ausverkauft.

 

Alles neu macht der ... Raab (1996 / 97)

Im Frühjahr 1996 steht die Band wieder im Studio, um ein neues Album zu produzieren. Diesmal allerdings nicht mit Annette in Hamburg, sondern zum ersten (und wahrscheinlich auch letzten) Mal mit Stefan Raab in Köln – genau genommen produziert Stefan nur fünf der Titel auf dem neuen Album, die Produktion der restlichen acht Titel übernimmt zum ersten Mal Wolfgang. Als "Alles mit’m Mund" am 21. Oktober erscheint, hat Stefan den Sound der Prinzen von gesangs- auf gitarrenlastig gewaltig umgekrempelt. Zwar wurde bereits im September in New York das Video zur gleichnamigen Single gedreht und im Dezember nach einem Videodreh in Saalbach / Hinterglemm mit "Hose runter" eine zweite Single hinterher geschickt, doch gemessen an den bisherigen Erfolgen wird die Platte ein Flop, und auch der im April 1997 folgenden "Mund"-Tour mit äTäNNSCHEN als Vorband ergeht es nicht besser.

Zwar hatte die Plattenfirma bereits im März ein A-cappella-Album mit den größten Hits der Prinzen veröffentlicht, doch es ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen, dass es in der Band heftigst kriselt. Sebastian und Tobias geraten während der Tour auf der Bühne immer öfter aneinander, schließen aber dann zum Wohle der Fans eine Art Burgfrieden, um wenigstens die Tour zuende bringen zu können. In den Medien werden die Meldungen immer eindeutiger, dass die Prinzen scheinbar kurz vor der Auflösung stehen.

Dann, Anfang November, zeigen sich die Prinzen mit der Single "Ganz oben" noch einmal gemeinsam mit dem Thomanerchor Leipzig bei "Wetten, dass...?!" in der Öffentlichkeit, bevor sie sich nach der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Best of-Albums am 10. für anderthalb Jahre zurückziehen.


 

      

 

 

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